Dressurunterricht

 

Wieso Dressurarbeit?

Jeder hat andere Ziele oder Intentionen. Der Weg dahin und dass unser Pferd diesen Weg unbeschadet übersteht, liegt in einer ordentlichen Dressurarbeit. Wir können es auch Gymnastizierung nennen, denn nichts anderes ist Dressur.
Das Pferdes soll mit lockerer positiv angespannter Muskulatur, aufgewölbtem, geschmeidig mitschwingendem Rücken und tätigem, also nach vorne unter Schwerpunkt durch schwingenden Hinterbein, gearbeitet werden, damit sich Bauchmuskulatur, Rückenmuskulatur dehnen und aufbauen können. Denn Rücken und Bauchmuskulatur müssen die Wirbelsäule stabil halten. Die eigentliche Tragkraft, auch für das Reitergewicht, übernimmt dann das Nackenband und das natürlich immer in Verbindung mit Muskulatur im Hals, Rücken und Bauch.
Es ist mittlerweile erwiesen, dass wir unserem Pferd die Gesundheit am besten erhalten können, wenn wir dafür sorgen, dass es mit runder Oberlinie und schwingender Muskulatur geritten wird. Mit der runden Oberlinie meine ich, dass der Rücken sich aufwölbt, da die Hinterbeine zum Schwerpunkt fußen. Der Hals wölbt sich, wobei das Genick auf das Gebiss nach unten drückt , da auch der Rücken aufgewölbt ist.
Eine lockere, gedehnte und gut aufgebaute Muskulatur kann einfach geschmeidig reagieren.
Man stelle sich im positiven Fall den optimal gedehnten Muskel wie ein Gummiband vor, das sich geschmeidig dehnt und zusammenzieht. Ein verkürzter und weder gedehnter noch trainierter Muskel verhält sich dagegen wie ein Strick der gespannt ist, nicht nachgibt und bei starkem Zug feine Risse bekommt und im schlimmsten Fall sogar reißt.
Um also unserem Pferd ein lockeres Mitschwingen in der Muskulatur zu ermöglichen, müssen wir es trainieren.

Die drei Säulen des Trainings sind dabei:

* Muskeldehnung (Stretching)
* Muskelaufbau
* Geschmeidigkeit der Bänder und Sehnen

Ablauf einer typischen Dressurstunde:

Der Schritt am Anfang:

Man beginnt die Dressurstunde mit mindestens 15 Minuten Schrittreiten.
Dabei wird durch stetigen Handwechsel und die damit verbundene Rechtsbiegung und Linksbiegung und Stellung (Biegung im Körper, dabei Stellung nur im Genick) einmal die Muskulatur jeweils auf der rechten und linken Seite gedehnt und wieder zusammengezogen. Das dehnt sie, baut sie durch den Wechsel von Dehnen und Zusammenziehen aber auch auf.

Lösungsphase – Das Pferd wird gelockert und gelöst

Dasselbe passiert in der Phase des Leichttrabens. Durch das Vorwärtsreiten im Trab werden durch die weiter ausholenden Bewegungen die Dehnung und der Aufbau der Muskulatur noch mehr gefördert.
Beachten Sie dabei, dass Sie Ihr Pferd genügend vorwärts reiten. Dies hat man schon vor Jahrhunderten richtig erkannt und so wurde ein bis heute gültiger Satz geprägt:
„Richte Dein Pferd gerade und reite es vorwärts!“
Außerdem ist es wichtig, dass das Pferd immer „über den Rücken geht“ und in der Lösungsphase mit Hals und Nase erst einmal vorwärts / abwärts geht. Dabei müssen Sie spüren wie das Pferd Sie im Rücken mit hochhebt!
Ist die Muskulatur dann locker und gelöst bietet sich folgendes Bild:

* Locker nach vorne Richtung Schwerpunkt durch schwingendes
Hinterbein
* Pendelnder Schweif
* Aufgewölbter Rücken
* Deutliche Rechts- / Linksbewegung der Kruppenteile, wobei sich
die rechte Kruppenhälfte und dann die linke Hälfte senkt
* Aufgewölbter Hals, wobei sich der Oberhalsmuskel vom Genick bis
zum Widerrist deutlich am oberen Teil des Halses hervorhebt

Die Arbeitsphase

In der Arbeitsphase können Sie dann mit dem Aufbau der Muskulatur und dem „Stretchingprogramm“ fort fahren.
Dazu gehören dann u.a.:

* Trab, Halten, Rückwärtsrichten und daraus wieder Antraben
* Galopp/Trab oder Galopp/Schrittübergänge
* Seitengänge/Aussengalopp/Fliegender Wechsel uvm.

Natürlich hängt der Umfang und die Art der Übungen gerade in der Arbeitsphase vom Trainingsstand von Pferd und Reiter sehr stark ab. Je nach Rittigkeit und Durchlässigkeit und dem bisher erworbenen Muskelaufbau und Muskulaturdehnung sind mehr oder weniger anspruchsvolle Übungen möglich. Später werden wir auf diese Themen detaillierter eingehen. Hier sollte zuerst einmal nur auf die Grundprinzipien verwiesen werden.

Folgerungen und Fazit

Wer diese Übungen mit seinem Pferd mindestens 3 mal pro Woche macht, wird bald bemerken wie sich die Muskeln seines Pferdes aufbauen und dehnen. Ihr Pferd und damit auch Sie als Reiter werden dann bald immer schwierigere und anspruchvollere Übungen absolvieren können. So werden Sie sicher auch den einen oder anderen bewundernden oder gar neidischen Blick Ihrer Reiterkollegen ernten.
Wichtiger als diese Blicke ist aber, dass sie Ihr Pferd lange gesund erhalten und ihm so als dankbaren und willigen Kameraden ein gutes beschwerdearmes Leben gönnen.
Gleichzeitig werden auch Sie selbst immer mehr Freude am Reiten gewinnen und falls sie auf Turniere gehen werden sich auch da bald Erfolge einstellen.

Aber wie so oft heißt es: „Ohne Trainingsfleiß kein Preis!“

Lustenau

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